Megafusion mit Signalwirkung
Rio Tinto und Glencore verhandeln über eine mögliche Megafusion, die den weltgrössten Bergbau- und Rohstoffkonzern mit starkem Fokus auf Kupfer schaffen könnte. Bis spätestens 5. Februar 2026 muss Rio Tinto entscheiden, ob ein verbindliches Angebot kommt. Ob der Zuger Konzern tatsächlich geschluckt wird, ist völlig offen.
Glencore und Rio Tinto haben bestätigt, dass sie in vorläufigen Gesprächen über eine mögliche Kombination «einiger oder aller» Geschäftsbereiche stehen. Im Markt gilt ein All-Share-Deal als wahrscheinlich, strukturiert als court-sanctioned scheme of arrangement, bei dem Rio Tinto Glencore vollständig übernimmt.
Nach britischem Übernahmerecht hat Rio Tinto bis 5. Februar 2026, 17.00 Uhr London-Zeit, Zeit eine «firm intention to make an offer» zu veröffentlichen oder die Gespräche zu beenden. Dies ist die klassische «put up or shut up»-Frist. Beide Unternehmen betonen ausdrücklich, dass es keinerlei Sicherheit gibt, dass ein formelles Angebot oder überhaupt ein Deal zustande kommt.
Mögliche Deal-Struktur und strategische Logik
Diskutiert wird ein Mega-Merger mit einem kombinierten Unternehmenswert von deutlich über 200 Milliarden US-Dollar. Er würde einen der grössten Mining- und Rohstoffkonzerne der Welt mit über 200’000 Mitarbeitenden schaffen. Die Spannbreite reicht von einer Vollübernahme bis zu Teiltransaktionen, etwa mit Fokus auf Glencores Kupfer-Minen und andere Energiewende-Metalle.
Knackpunkt sind Glencores Kohlegeschäft und das umfangreiche Trading-Portfolio. Rio Tinto ist aus der Kohle ausgestiegen und dürfte wenig Interesse an einer dauerhaften Rückkehr haben. Szenarien reichen von einer temporären Übernahme mit anschliessender Abspaltung über Spin-offs bis zu einem Deal, bei dem nur ausgewählte Assets wie etwa Kupfer in Rio Tinto integriert werden.
Kupfer als Treiber
Strategisch geht es um Zugriff auf Rohstoffe für Dekarbonisierung und Digitalisierung. Beide Konzerne verfügen über bedeutende Kupfervorräte. Zusammen würden sie zu einem dominanten Anbieter eines Metalls, das für Netzausbau, E-Mobilität, erneuerbare Energien und energieintensive Rechenzentren unverzichtbar ist.
Analysten verweisen darauf, dass Kupfernachfrage bis 2040 um rund 50 Prozent steigen könnte, während das Angebot zeitweise hinterherhinkt. Ein Umfeld, das Grösse, Kapitalstärke und Pipeline-Tiefe belohnt. Ein Zusammenschluss würde die Konsolidierung im globalen Mining-Sektor weiter vorantreiben und die Marktmacht weniger Schwergewichte verstärken.
Bedeutung für Zug und den Rohstoffplatz Schweiz
Glencore mit Sitz in Baar ist einer der wichtigsten Rohstoffkonzerne und Steuerzahler der Schweiz, mit rund 1000 Mitarbeitende arbeiten im Raum Zug. Bei einem Aktiendeal würde der Konzern voraussichtlich in eine globale Rio-Tinto-Struktur integriert, Details zu Sitz, Notierung, Governance und Funktionen in Zug sind jedoch offen.