Licht steuert Elektrizität in Metallen

Forscher der University of Minnesota Twin Cities haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Fluss von Elektrizität in ultradünnen Metallschichten bei Raumtemperatur mithilfe von Licht steuern lässt. Diese Entdeckung könnte die Entwicklung neuer, hocheffizienter Bauelemente in der Optoelektronik und Quantentechnologie revolutionieren.

August 2025

Ein Forscherteam der University of Minnesota Twin Cities hat einen bedeutenden Durchbruch erzielt. Es entwickelte ein Verfahren, mit dem sich der Fluss von Elektrizität in extrem dünnen Metallschichten bei Raumtemperatur beeinflussen lässt mithilfe von Licht. Dieser neue Ansatz könnte dabei helfen, zukünftig optische Sensoren und Quanteninformationsgeräte bedeutend effizienter zu gestalten. Die Zwischenergebnisse der Wissenschaftler wurden aktuell in der renommierten Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht.

Die Basis der Studie beruht auf ultradünnen Schichten aus Rutheniumdioxid (RuO2), welche auf Titandioxid (TiO2) aufgebracht wurden. Je nach Richtung reagieren diese Schichten nicht nur verschieden auf Licht, sondern auch auf den Fluss von Elektrizität. Die Struktur dieser Schichten ermöglicht es, die Dynamik der Elektronen gezielt zu steuern und damit Energieflüsse zu regulieren.

Neue Wege durch gezielte Lichtnutzung
Ein zentrales Ergebnis der Forschenden ist, dass sich durch gezielte Veränderungen in der atomaren Struktur die Reaktionen des Materials auf Licht exakt beeinflussen lassen. Dieser gesteuerte Effekt tritt bei gewöhnlichen Temperaturen auf und eröffnet spannende Perspektiven für zukünftige Anwendungen. „Dies ist das erste Mal, dass jemand eine abstimmbare, gerichtete ultraschnelle Ladungsträgerrelaxation in einem Metall bei Raumtemperatur nachgewiesen hat“, bestätigt Seunggyo Jeong, Postdoktorand an der Fakultät für Chemieingenieurwesen und Materialwissenschaften der University of Minnesota.

Solche Erkenntnisse stellen zahlreiche Vorstellungen über das Verhalten von Metallen der letzten Jahre infrage und belegen, dass die gezielte Steuerung von Elektrizität durch kontrollierte Lichtimpulse möglich ist. Dies eröffnet ganz neue Ansätze im Umgang mit Energie und Informationsverarbeitung auf kleinstem Raum.

Elektrizität im Detail steuern
Der bisherige Konsens in der Physik sah Metalle als ungeeignet an für solch präzise Steuerungsmechanismen, weil sie zu komplexe elektronische Eigenschaften besitzen. Das aktuelle Forschungsteam fand jedoch heraus, dass genau diese Komplexität, die sogenannte Bandverschachtelung. aktiv genutzt werden kann, um die ultraschnelle Antwort der Metalle gezielt in verschiedene Richtungen zu lenken. Dies führt dazu, dass die Eigenschaft des Materials, Elektrizität zu steuern, situationsabhängig angepasst werden kann.

Neue Anwendungen in der Computertechnik, Datenspeicherung, Sensorik und Kommunikation könnten davon massiv profitieren. Besonders die Effizienz und Geschwindigkeit von Bauelementen ließe sich durch die gezielte Steuerung von Elektrizität deutlich verbessern. Tony Low, Mitautor und Professor für Elektro- und Computertechnik an der University of Minnesota, betont, dass die Ergebnisse tiefe Einblicke in die Art und Weise liefern, wie subtile strukturelle Verzerrungen die elektronische Struktur von Metallen verändern können. Dies könnte für zukünftige ultraschnelle und polarisationsempfindliche optoelektronische Technologien von entscheidender Bedeutung sein.

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