La Rasude Lausanne

Die Stadt Lausanne legt den Plan für das Quartier La Rasude öffentlich auf und startet damit die nächste Etappe eines ihrer wichtigsten Transformationsprojekte. Im heute untergenutzten, stark versiegelten Areal unmittelbar beim Bahnhof soll ein neues Stück Stadt entstehen, das rund 1200 Arbeitsplätze, fast 500 Einwohnerinnen und Einwohner, öffentlichen Raum und klimafitte Infrastruktur vereint.

November 2025

La Rasude gehört zu den sechs städtischen Transformationspolen Lausannes und liegt direkt am Bahnhof sowie an einem der wichtigsten ÖV-Knoten der Romandie. Aus Sicht der Stadt ist dies der ideale Ort für eine Verdichtung, die kurze Wege, hohe Nutzungsdichte und bessere Lebensqualität verbindet. Der Plan d’affectation definiert hierfür die zulässigen Nutzungen, Gebäudevolumen und Anforderungen an Umwelt, Mobilität und Denkmalschutz.​

Weiterbauen im Bestand statt Tabula rasa
Rund 70 Prozent der bestehenden Bauten werden erhalten, darunter das markante, von Alphonse Laverrière entworfene Gebäude an der Avenue de la Gare, dessen Schutz nach Kritik von Bund und Fachleuten in einem überarbeiteten Projekt ausdrücklich gesichert wurde. Einzelne Gebäude wie «Gare 45» und «Horizon» dürfen um zwei Geschosse erhöht werden, dazu kommen zwei neue Baukörper. Einer entlang der Gleise, einer im Quartierzentrum, deren Höhen so definiert sind, dass die bestehende Skyline und Sichtbezüge respektiert bleiben und der Edipresse-Turm nicht überragt wird.​

Wohnen, Arbeiten und soziale Mischung
Etwa 30 Prozent der Geschossflächen sind für Wohnen vorgesehen, mindestens 20 Prozent davon als logements d’utilité publique, also gemeinnützige Wohnungen. Insgesamt sollen so knapp 500 Personen in einem heute nicht bewohnten Quartier leben können. Parallel entsteht ein vielfältiger Nutzungsmix mit Büros, einem Hotel, Läden, frühkindlicher Betreuung, Kultur- und Freizeiträumen sowie quartiernahen Dienstleistungen. Rund 500 Quadratmeter werden zu kontrollierten, günstigen Mieten für Kulturschaffende und öffentliche Nutzungen reserviert.​

Öffentlicher Raum, Begrünung und Mobilität
Der heute geschlossene, stark versiegelte Komplex wird in ein offenes, fussgängerorientiertes Quartier überführt. Etwa die Hälfte des Areals soll künftig als öffentlicher Raum zur Verfügung stehen, ein grosser Teil davon mit Bäumen und Grünflächen, ergänzt durch begrünte Dächer, Photovoltaikanlagen und den Anschluss an erneuerbare Wärmequellen, um die CO₂-Bilanz deutlich zu verbessern. Die Erschliessung an der Oberfläche erfolgt primär zu Fuss und mit dem Velo, während eine Tiefgarage mit rund 275 Autoparkplätzen und rund 1200 Velostellplätzen die notwendigen Mobilitätsangebote unterirdisch bündelt.​

Politischer Prozess und Ausblick
Der Plan liegt bis zum 18. Dezember zur öffentlichen Einsicht auf. Einwendungen und Einsprachen fliessen in die weitere Überarbeitung ein, bevor der Beschlussweg über den Gemeinderat zum Kanton führt. Parallel sind Wettbewerbe für Architektur und öffentliche Räume mit partizipativen Formaten vorgesehen, um die Qualität der Umsetzung zu sichern. Der Baubeginn wird derzeit ab etwa 2029 anvisiert, mit einer gestaffelten Inbetriebnahme des neuen Quartiers zwischen 2031 und 2033. Vorausgesetzt, allfällige politische Referenden ändern den Zeitplan nicht.

Weitere Artikel