Europas Strommix verändert sich
Im ersten Halbjahr 2025 erreichte die Solarstromerzeugung europaweit neue Höchstwerte, allen voran in Deutschland. Gleichzeitig sorgte ein windarmes Frühjahr für rückläufige Windstromzahlen. Trotz wachsender Photovoltaik-Leistung sank der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Nettostromerzeugung leicht. Auch der europäische Stromhandel und die Preisentwicklung spiegeln die neue Realität am Energiemarkt wider.
Deutschland produzierte von Januar bis Juni 2025 rund 40 Terawattstunden Solarstrom, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch Frankreich, Belgien, Dänemark und Polen verzeichneten Zuwächse bei der Photovoltaik. Der Ausbau zeigt Wirkung, doch die parallele Flaute beim Windstrom belastete die Gesamtbilanz. Mit 60,3 TWh lag die Windstromerzeugung rund 18 % unter dem Vorjahr. Damit fiel der Anteil erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland leicht auf 60,9 % (2024: 65,1 %).
Europaweiter Trend mit regionalen Unterschieden
Innerhalb der EU sank die kombinierte Stromerzeugung aus Wind und Sonne im ersten Halbjahr 2025 leicht auf 344,4 TWh, gegenüber 358,1 TWh im Vorjahr. Die Zahlen des Fraunhofer ISE zeigen, während der Solarausbau in vielen Ländern Früchte trägt, machen sich meteorologische Schwankungen wie Windflauten stärker bemerkbar.
Der Stromhandel passt sich an
Deutschland importierte im ersten Halbjahr 7,7 TWh Strom , vor allem aus Skandinavien, wo Wind- und Wasserkraft weiterhin günstige Preise ermöglichen. Diese Importe waren preislich attraktiver als heimischer Strom aus fossilen Kraftwerken. Exporte gingen unter anderem nach Österreich, Tschechien und Polen.
Strompreise steigen leicht – Kundenpreise stabil
Nach dem Preisrückgang der letzten Jahre stieg der durchschnittliche Börsenstrompreis im ersten Halbjahr 2025 wieder auf 86,64 Euro/MWh. Die höchsten Preise verzeichneten die windarmen Monate Januar und Februar. Mit durchschnittlich 27 Cent pro Kilowattstunde im Juni lagen die Strompreise für Neukunden wieder auf dem Niveau von 2021.
CO2-Kosten und Gaspreise steigen wieder
Parallel zum Strommarkt steigen die CO₂-Zertifikatspreise um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auch Erdgas war teurer als im ersten Halbjahr 2024. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie sensibel der Energiemarkt auf Angebotsschwankungen und politische Rahmenbedingungen reagiert und wie wichtig eine zukunftsfähige, resiliente Energieinfrastruktur ist.