Der Beruf als Standortförderer ist erklärungsbedürftig
Noch kann der Beruf als Standortförderin/Standortförderer nicht erlernt werden. Doch gibt es bereits seit Mitte der 80er Jahren auf lokaler Städte-, ja sogar Gemeindeebene die Anlauf- und Kontaktstellen für Wirtschafts- und Gewerbeanliegen, früher noch als Wirtschaftsförderung bezeichnet. In den 90er Jahren war die Region Winterthur als Pionierin bekannt, nicht zuletzt auch nach dem Niedergang der dortigen Industrie.
So war ich ab 1998 als erster Standortförderer sowie Leiter Hochbau der Stadt Schlieren, neben der Städte Winterthur und Zürich, regelrecht allein im Wind unterwegs. Doch mein seit 1981 erworbener Immobilienrucksack und mein MAS Real Estate Management, den ich ebenfalls als einer der ersten absolviert habe, ermöglichten mir den Spagat im Nischensegment der Standortförderung. Zu den Klassikern im Job des Standortförderers/der Standortförderin gehören Firmenansiedlungen, Cluster- und Arealentwicklung, „One Stop Shopp“ durch die Verwaltung bei Baubewilligungen, Bestandespflege und Startupförderung sowie vieles mehr.
In der Schweiz verfügt heute primär jeder der 26 Kantone über eine Standortförderung. Leider verfügen längst nicht alle der 172 Städte und Gemeinden mit mehr als 10’000 Einwohnern über eine Standortförderungsstelle, geschweige eine Wirtschaftsstrategie. Dort ist eine auf der Verwaltung intern bestimmt Person zuständig. In den meisten Fällen ist das der/die Stadtschreiber/in oder höchstenfalls der/die Stadt- oder Gemeindepräsident/in, dies mehr oder weniger freiwillig und nicht spezifisch dafür weitergebildet. Dies will aber auch heissen, dass ich diese Gemeindeführungsorgane sehr schätze, wie auch diejenigen der Stadt Schlieren, wo ich nun auf 28 Dienstjahre zurückblicken darf. Die Schlieremer Kennzahlen zeigen ein eigenes, von vielen Seiten anerkanntes, recht erfolgreiches Bild. Die Stadt hat bei den juristischen Personen seit 1998 um 100% von 650 auf 1‘388 zulegen können. Dies bedeutet auch eine Zunahme an Arbeitsplätzen von rund 12’000 auf 21’000. Die Einwohnerzahl ist von 12‘000 auf 20‘100 um 70% gestiegen. Dabei vertrete ich die 1:1 Situation (Einwohner im Verhältnis zu den Arbeitsplätzen) im Gegensatz zu anderen bekannten schweizerischen Grossstädten.
Es würde mich freuen, wenn nach meiner Pensionierung mehr Immobilienfachleute den Beruf des/der Standortförderer/in wählen und sich dazu auch in Verbänden einbringen, ERFAS und Netzwerke pflegen. Was es braucht, ist Vertrauen in die örtlichen Standortförderungspersonen.
Da kann ich Dir nur zustimmen, lieber Albert! -vor allem, wenn der die Standortförderer/in so erfolgreich agieren kann wie du!
Lieber Albert
26 Jahre harte Arbeit, Durchhaltewille, Überzeugung ……..
Bravo, gratuliere dir herzlich zu deinem grossen Erfolg, was du aus Schlieren gemacht hast.
Bleib gesund und weiterhin viel Spass.
LG Roger Nef