568 Millionen für einen neuen Bildungskosmos
Der Campus Horw tritt in die entscheidende Phase. Mit dem Baugesuch und der Gründung der Immobilien Campus Luzern-Horw AG wird aus einer lang vorbereiteten Vision ein konkretes Bauvorhaben. Der neue Standort bringt Technik, Architektur und Pädagogik zusammen. Er ist mit prognostizierten Kosten von 568 Millionen Franken das grösste Hochbauprojekt in der Geschichte des Kantons Luzern.
Der Kanton Luzern reichte das Baugesuch am 31. Juli 2026 ein. Die Bewilligung wird voraussichtlich in rund einem Jahr erwartet. Wenn das Verfahren planmässig verläuft, starten die Arbeiten im Sommer oder Herbst 2027.
Gebaut wird unter laufendem Schulbetrieb und in mehreren Etappen. Die erste Teilinbetriebnahme ist für das Herbstsemester 2031 vorgesehen. Dann sollen die Pädagogische Hochschule Luzern und das Departement Technik & Architektur der Hochschule Luzern erstmals gemeinsam auf dem Campus arbeiten und lernen.
Ein Kostenrahmen hält
Noch nach Abschluss des Vorprojekts lag die Kostenerwartung bei rund 600 Millionen Franken. Mit dem Bauprojekt rechnet der Kanton nun mit 568 Millionen Franken. Das entspricht einer Reduktion von rund 32 Millionen Franken oder gut 5 Prozent.
Die Dimension bleibt aussergewöhnlich. Die Hauptnutzfläche soll von heute rund 23’000 auf fast 58’600 Quadratmeter wachsen. Künftig sollen bis zu 4000 Studierende und 1000 Mitarbeitende auf dem Campus Platz finden.
Zwei Hochschulen, ein Ort
Der Campus bündelt zwei Bildungswelten, die einander viel zu sagen haben. Das Departement Technik & Architektur bildet Fachkräfte aus, die Gebäude, Infrastruktur, Energie- und Lebensräume planen. Die Pädagogische Hochschule Luzern bringt die Perspektive von Bildung, Didaktik und gesellschaftlicher Entwicklung ein.
Diese Nähe kann neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Sie schafft Räume für interdisziplinäre Projekte, gemeinsame Forschungsansätze und einen Alltag, in dem technische Innovation und Bildungsfragen nicht getrennt nebeneinander stehen. Der Campus wird damit zum Lernort für die Anforderungen einer sich rasch wandelnden Gesellschaft.
Neue Organisation für lange Aufgaben
Parallel zum Baugesuch wurde die gemeinnützige Immobilien Campus Luzern-Horw AG gegründet. Sie übernimmt künftig Bau und Betrieb des Standorts. Mit dieser Struktur will der Kanton Finanzierung, Realisierung und langfristige Bewirtschaftung aus einer Hand führen.
Den Verwaltungsrat präsidiert Heinz Bösch als Vertreter des Finanzdepartements. Weiter gehören Regula Bürgi, Adrian Strüby, Stefan Müller von maxon international und Hannes Pichler von der ETH Zürich dem Gremium an. Als Geschäftsführerin hat Lilia Junker ihr Amt angetreten.
Ein langer Weg bis 2036
Die Realisierung endet nicht mit dem Bezug der ersten Neubauten. Nach dem Start 2031 folgen Sanierungen und weitere Etappen. Bestehende Gebäude werden erneuert, teilweise erweitert oder aufgestockt. Der Abschluss mit zusätzlichen Neubauten und Aufenthaltsflächen ist laut Planung für 2036 vorgesehen.
Der Campus Horw ist deshalb mehr als ein Bauprojekt. Er ist eine langfristige Investition in den Bildungs- und Wirtschaftsraum Zentralschweiz. Jetzt beginnt die Phase, in der sich zeigen wird, ob aus dem grossen Entwurf auch ein offener, leistungsfähiger und identitätsstiftender Ort wird.