Zürcher Metropolitanraum rückt politisch enger zusammen
Dieter Egli übernimmt das Präsidium der Metropolitankonferenz Zürich, Claudio Bernold rückt an seine Seite. Der Führungswechsel trifft eine Organisation, die über Kantons- und Gemeindegrenzen hinweg Raum-, Verkehrs- und Standortfragen bündelt und nach den jüngsten Wahlen auch im Metropolitanrat neu gemischt ist.
Mit der Wahl von Dieter Egli an die Spitze der Metropolitankonferenz Zürich verschiebt sich das politische Gewicht der Organisation erneut stärker auf die Ebene der Kantone. Egli folgt auf Marc Mächler, während Claudio Bernold das Vizepräsidium übernimmt. Parallel dazu wurde der Metropolitanrat nach mehreren Kommunalwahlen personell erneuert.
Für die Standort- und Raumentwicklung ist das mehr als eine Personalie. Die Metropolitankonferenz bündelt im funktionalen Grossraum Zürich die Zusammenarbeit von acht Kantonen sowie einer grossen Zahl von Städten und Gemeinden. Je nach offizieller Quelle ist von rund 120 oder von über 230 Gemeinden die Rede, was auch mit neuen Mitgliedschaftsformen auf regionaler Ebene zusammenhängt. Klar ist, dass das Gremium Themen wie Lebensraum, Verkehr, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung über politische Grenzen hinweg koordiniert.
Neue Köpfe im entscheidenden Gremium
Mit Egli als Präsident und Bernold als Vizepräsident werden zwei Exponenten gewählt, die sowohl den Standortwettbewerb als auch kommunale Umsetzung kennen. Im Metropolitanrat sitzen neu auch die Stadtpräsidenten von Zürich und Winterthur, Raphael Golta und Stefan Fritschi. Hinzu kommt Monika Keller, Präsidentin des Verbands der Zürcher Gemeindepräsidien und Gemeindepräsidentin von Greifensee.
Gerade für die Immobilien- und Baupraxis ist diese personelle Neuaufstellung relevant, weil viele raumwirksame Fragen im Metropolitanraum längst nicht mehr innerhalb einer einzigen Gemeinde lösbar sind. Siedlungsentwicklung, Erreichbarkeit, Flächenmanagement und koordinierte Verfahren hängen zunehmend davon ab, ob Kantone, Städte und Regionen ihre Interessen früh zusammenführen.
Mehr Tempo wird offen eingefordert
An der Vereinsversammlung wurde dieser Druck auch inhaltlich sichtbar. ETH-Dozent Christian Marxt plädierte dafür, Innovation stärker an ihrer Wirkung zu messen. Er forderte weniger Regulierungsdichte, schnellere Bewilligungen und eine geringere Risikoaversion. Für Planer, Entwickler und Eigentümer ist das ein bemerkenswert direkter Hinweis, weil genau diese Punkte bei Projekten im Grossraum Zürich oft über Dauer, Kosten und Skalierbarkeit entscheiden.
Zusätzliche Dynamik erhält die Organisation durch ihre jüngsten Statutenanpassungen. Regionale Körperschaften können inzwischen ebenfalls Vollmitglieder werden. Mit Baden Regio und Zürichsee-Linth wurde dieses Modell bereits genutzt. Damit verbreitert die Metropolitankonferenz ihre Basis gerade in jenem Raum, in dem Wachstumsdruck, Pendlerströme und Nutzungsansprüche immer stärker ineinandergreifen.