Schweizer Wirtschaft blickt optimistisch in die Zukunft

Februar 2024

Die jüngste Umfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) zeigt eine Abkühlung des Geschäftsklimas in der Schweizer Privatwirtschaft zu Beginn des Jahres 2024. Trotz schwacher Auslandsnachfrage und dem starken Schweizer Franken herrscht unter den Unternehmen ein vorsichtiger Optimismus für die kommenden sechs Monate.

Zu Jahresbeginn 2024 verzeichnet der KOF Geschäftslageindikator für die Schweiz einen leichten Rückgang, beeinflusst vor allem durch die nachlassende Auslandsnachfrage, die besonders die Exportwirtschaft trifft. Dennoch gibt es Anlass zur Hoffnung: Unternehmen aus verschiedenen Sektoren äussern sich zunehmend positiv über ihre Erwartungen für die nahe Zukunft.

Im Verarbeitenden Gewerbe macht sich die mangelnde Nachfrage besonders bemerkbar, wobei mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen von einer unzureichenden Auftragslage berichtet. Obwohl der Schweizer Franken weiterhin stark bleibt, scheint dieser Druck nicht die Ausmasse von 2015 zu erreichen. Die Exportperspektiven sind dennoch besser als im Herbst des Vorjahres.

Auch wenn das Gastgewerbe, der Grosshandel sowie die Finanz- und Versicherungsdienstleister eine leichte Verschlechterung ihrer Geschäftslage verzeichnen, bleibt die Situation im Baugewerbe, Projektierungsbereich und im Detailhandel stabil. Die Dienstleistungssektoren berichten sogar von einer leichten Aufhellung.

Die Prognosen für die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten sind insgesamt positiver. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe und bei Dienstleistern steigt die Zuversicht. Während der Grosshandel seine Skepsis mildert, bleiben der Detailhandel und die Finanzdienstleister vorsichtig.

Trotz der Absicht, weiterhin Personal einzustellen, planen Unternehmen nun seltener eine Aufstockung ihres Personals als noch zu Jahresbeginn 2023. Die Schwierigkeit, geeignetes Personal zu finden, bleibt bestehen, obwohl sich die Lage leicht entspannt hat.

Was die Lohnentwicklung angeht, rechnen die Unternehmen mit einem moderaten Anstieg der Bruttolöhne von unter 2% im kommenden Jahr. Dies spiegelt eine allgemeine Tendenz zu geringeren Lohnsteigerungen wider.

In Bezug auf die Preisentwicklung zeigen sich uneinheitliche Signale: Während die allgemeinen Inflationserwartungen sinken, planen Unternehmen in einigen Branchen, insbesondere im Dienstleistungssektor, das Verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe, ihre Verkaufspreise zu erhöhen.

Die Ergebnisse der KOF Konjunkturumfragen basieren auf den Antworten von etwa 4’500 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und den wichtigsten Dienstleistungsbereichen, was einer Rücklaufquote von etwa 62% entspricht.

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