Regensdorf erhält ein Stadtquartier auf einem Kunstmuseum

Regensdorf erhält ein Stadtquartier auf einem Kunstmuseum

Regensdorf-Watt ZH,

Zwischen Hardhölzli und Schlatt entsteht das innovative Zwhatt – direkt am Bahnhof Regensdorf-Watt. Das Besondere: Das Quartier wird auf einem Kunstmuseum gebaut und soll rund 600 Mietwohnungen sowie Gewerbeflächen umfassen.

Ein Stadtquartier auf einem Kunstmuseum? Das ist kein Tippfehler, sondern Realität: In Regensdorf haben die Anlagestiftungen Turidomus, Adimora und Pensimo ein neuartiges Wohn- und Arbeitskonzept geplant. Zwhatt ist der Name – und dieser steht für gesellschaftliche, kulturelle, ökologische und architektonische Diversität. Das verbetonierte Kunstmuseum der Fondation Riklin befindet sich im Fundament des Stadtquartiers, das auf 3,6 Hektaren direkt am Bahnhof Regensdorf-Watt entsteht.

Die Pensimo Management AG realisiert im Auftrag der genannten Anlagestiftungen rund um den zentralen Zwhattplatz etwa 600 Mietwohnungen sowie Gewerbeflächen in zwei Bauetappen. Die erste Bauetappe sieht rund 400 Wohnungen, 12’000 Quadratmeter Gewerbefläche sowie 330 Tiefgaragenplätze vor. Die Vermietung der ersten Wohnungen soll im Herbst 2021 beginnen.

Geplant sind insgesamt sieben Gebäude, zwei davon Hochhäuser. Die Fondation Riklin wurde im Januar von den St. Galler Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin ins Leben gerufen. In Zwhatt wird die Kunst also zur DNA eines neuen Stadtquartiers – sie soll ein neues Fundament für den gesellschaftlichen Zusammenhalt legen.

Pilotprojekt zur klimaangepassten Arealentwicklung
Anwohner aus Regensdorf, Adlikon und Watt übergaben den beiden Künstlern alltägliche Gegenstände wie Koffer, Lampen oder Schaukelpferde. Diese wurden dann mit anderen Koffern, Lampen und Schaukelpferden neu zusammengesetzt beziehungsweise «verzwhattet». Die so geschaffenen Kunstwerke wurden im Museum im Fundament versenkt. Später sollen sie mittels Augmented Reality wieder zum Leben erweckt werden.

Das neue Stadtquartier soll dem Bedürfnis nach Mobilität, Flexibilität und Freiheit sowie dem Wunsch nach Gemeinschaft und Heimat gerecht werden. Verschiedene Lebensstile, Familienmodelle und Konsumtypen sind ausdrücklich erwünscht. Zwhatt steht für die Begegnung mit der Vielfalt. Und dieses Motto macht auch vor der Architektur nicht Halt: Die Interpretationsgrenzen des Gestaltungsplans wurden anhand eines sogenannten Charrette-Verfahrens ausgelotet. 100 Architekten, Stadtplaner und Experten nahmen 2018 an der Vorauswahl teil. Am Ende wurden fünf Teams ausgewählt, die das Projekt mitprägten. Die Architekten der ersten Bauetappe wurden ebenfalls mittels ungewöhnlicher Verfahren wie beispielsweise dem Suffizienz-Pitch evaluiert.

Zwhatt ist ein Pilotprojekt zur klimaangepassten Arealentwicklung des Bundes. Die Energie bezieht das Quartier aus dem Grundwasser sowie dem Strom der eigenen Photovoltaikanlagen. Bei den Hochhäusern werden Paneele auch in die Fassaden integriert. Das Mobilitätskonzept sieht eine geringe Anzahl Parkplätze und somit autoarmes Wohnen vor. Die gewünschte Mobilität wird mittels Sharing-Angebote von Elektro-Autos und E-Bikes ermöglicht. Co-Working-Spaces, Geschäfte und Restaurants direkt auf dem Areal unterstützen dieses Konzept. Der Erstbezug ist auf 2023 vorgesehen.