Vom Limmattal zur Limmatstadt: Die beneidenswerte Entwicklung einer Region

Das Limmattal von Baden bis Zürich ist ein richtiges Powerhouse an Dynamik, Vitalität und Erlebnisdichte. Die ehemals industriell geprägte Region entwickelt sich, eingebettet in Hügelzüge und den Limmatraum, zu einer attraktiven Limmatstadt. Beste Erschliessung, neue Stadtquartiere, Kulturangebote und gelebtes Unternehmertum sind nur einige Standortfaktoren. Die künftige Limmattalbahn gibt zusätzliche Impulse. Zukunftsfähige und mutige Visionen waren seit jeher die Triebfeder dieser Entwicklung – nicht zuletzt auch in der kantonsübergreifenden Standortförderung.

Das Limmattal veränderte sich in den letzten Jahrzehnten wie kaum eine andere Region der Schweiz. Seit den 1960er-Jahren transformierten sich die mehrheitlich ländlich geprägten Dörfer in eine heute zusammenhängende Stadtlandschaft, eingebettet in einen grosszügigen Landschaftsraum von Wäldern, Hügeln und Naherholungsgebieten entlang der 36 Kilometer langen Limmat.

Vom Limmattal zur pulsierenden Stadtlandschaft
Am Anfang der Transformation stand die wirtschaftliche Hochkonjunktur der Nachkriegsjahre. Im Zürcher Limmattal verdoppelte sich die Bevölkerung zwischen 1950 und 1960. Der enorme Boom schlug sich auch in grossen Infrastrukturbauten nieder: Es entstand etwa die Autobahn A1 inklusive dem «Fressbalken» – dem damals weltweit grössten Autobahnbrückenrestaurant – oder der erste Shoppingtempel der Schweiz, das Shoppi Tivoli in Spreitenbach.

Die sich ab den 1980er-Jahren verschärfende Deindustrialisierung führte im Limmattal zu grossen Umwälzungen: Zum einen entstanden vor allem in den Städten Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, was das Bevölkerungswachstum weiter anheizte. Gleichzeitig litt die Region unter dieser Transformation. Traditionsreiche Industrieunternehmen mussten restrukturieren oder gar aufgeben. Die daraus resultierenden Industriebrachen waren anfangs unangenehme Altlasten. Erst ab den 1990ern erkannte man deren Potenzial als urbane Mischgebiete. In einer weiteren Welle der Urbanisierung wurden sie zu neuen Stadtquartieren entwickelt. Beispiele dafür sind die Umnutzung des Wagi- oder Färbi-Areals in Schlieren oder das Limmatfeld in Dietikon: Wo früher die Firma Rapid Landmaschinen produzierte, entstand auf einer Fläche von 89’000 m2 ein neuer Stadtteil.

Ein wichtiges Stück Schweiz
Heute zählt die Region weit mehr als 200’000 Einwohner und 80’000 Arbeitsplätze, und die Tendenz ist stark steigend – auch dank der bevorzugten Lage vor den Toren Zürichs und der Nähe zu führenden Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Gegenwart und Zukunft sind geprägt vom Pioniergeist industriekultureller Vergangenheit, der in vielen angestammten Unternehmen und in der sich enorm entwickelnden Start-up-Szene wieder auflebt. Zudem lassen die entstehende Stadtlandschaft und das reiche industrielle Erbe grossen Raum für Gestaltung und Entwicklung. Gleichzeitig finden sich im Limmattal in unmittelbarer Nähe zu pulsierenden städtischen Räumen auch idyllische Naherholungsgebiete. Dazu zählen etwa die Limmat oder die grünen Talflanken, die von überall im Limmattal aus innerhalb kürzester Zeit erreichbar sind. All das trägt wesentlich zum einzigartigen Charakter und der Attraktivität der Region bei.

Auch die Zukunftsaussichten sind äusserst vielversprechend. Einerseits sind die Wachstumsprognosen intakt. Andererseits erfährt die Region durch die Limmattalbahn nochmals eine starke Aufwertung. Das Tram wird Zürich, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen ab Dezember 2022 miteinander verbinden. Eine Weiterführung bis Baden ist in Planung. Die Stadtbahn vernetzt die Region feinmaschig über die Kantonsgrenze hinaus und ist Impulsgeberin zahlreicher Stadtentwicklungsprojekte.

Weitsichtige Entwicklung als Notwendigkeit
Vor diesem Hintergrund ist Weitsicht jetzt wichtiger denn je. Nur mit einem regionalen Verständnis und koordinierter Planung führt das Wachstum zu mehr Lebensqualität. Wie ist das zu erreichen? Das Wachstum soll sich auf die neuen städtischen Schwerpunkte im Talboden konzentrieren, wo in attraktiven öffentlichen Stadträumen mit hoher Dichte und Intensität urbanes Leben pulsieren soll. Dadurch können Naherholungsgebiete entlang der Limmat und insbesondere an den Talflanken am rechten Limmatufer geschont werden. Statt einer zufälligen Ansammlung von Siedlungen und Gemeinden soll sich die Limmatstadt in einen attraktiven, im Naherholungsgebiet eingebetteten, städtischen Raum von überregionaler Strahlkraft entwickeln.

Limmatstadt AG: Eine schlagkräftige Standortförderung für eine starke Region
Die Limmatstadt AG setzt sich konsequent für die Vernetzung der Gesamtregion und die Schaffung eines regionalen Bewusstseins ein. Sie will insbesondere deren Vorzüge und Potenziale nach innen und über die Region hinaus bekannter machen.

Es ist von zentraler Bedeutung, Kräfte zu bündeln und das Zusammenspiel zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken. Nur damit lässt sich eine nachhaltige Entwicklung und Positionierung sicherstellen. Bis in die jüngste Vergangenheit fehlte die Perspektive auf die Gesamtregion: Standortförderung hörte mitten im Limmattal, an der Kantonsgrenze, auf. Erst die Schaffung der Limmatstadt AG im Jahr 2014 schloss diese Lücke.

Die Standortförderungsorganisation entstand auf privatwirtschaftliche Initiative und ist als Aktiengesellschaft organisiert. Sie ist in der ganzen Region breit verankert mit 160 Firmen- und Publikumsaktionären und wird von 13 Auftragsgemeinden und dem Planungsverband Zürcher Planungsgruppe Limmattal mitgetragen. Das Netzwerk wächst und hat Wirkung: Es bündelt Stärken, fördert die Vielfalt, steigert die Wettbewerbsfähigkeit und setzt Potenziale frei.

Dabei ist die Limmatstadt AG weitaus mehr als ein Wirtschaftsnetzwerk. Sie stellt auch für Kultur und Gesellschaft ein breites Angebot bereit, immer mit dem Ziel, ein Bewusstsein für das Regionale zu schaffen. Zusätzlich thematisiert sie die Stadtwerdung der Region und macht sich stark für eine zukunftsfähige Entwicklung. ■

Autor: Mario Epp / Bild: Sandro Barbieri

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