Urdorf-Nord: Vom Arbeitsplatzgebiet zur Stadt im Dorf

Um den Wirtschaftsraum Urdorf-Nord langfristig zu stärken und sicherzustellen, dass das Gewerbe im sich transferierenden Gebiet bestmögliche Rahmenbedingungen vorfindet, hat der Gemeinderat eine Entwicklungsstrategie erarbeitet. Diese sieht auch ein urbanes Wohnen in Urdorf-Nord vor.

Für Urdorf-Nord liegt ein Masterplan vor, der den wirtschaftlich und städtebaulich bedeutenden Wirtschaftsraum in eine moderne und attraktive Zukunft führen will. Aktuell hat der Ortsteil mit strukturellen Schwierigkeiten zu kämpfen, die zu erheblichen Leerständen und qualitativ ungenügenden Stadträumen geführt haben. Obschon der Wirtschaftsraum zu den wichtigsten Arbeitsplatzgebieten im Limmattal gehört, birgt die Standortattraktivität aktuell noch Potenzial. Dabei kann Urdorf-Nord mit seiner Lage punkten: Der Wirtschaftsraum ist dank Autobahnanschluss, der sich im Bau befindenden Limmattalbahn sowie der S-Bahn-Station Glanzenberg ideal erschlossen.

Die Stossrichtung ist klar: Eine umsichtige Struktur von Nutzungen zu generieren, die sich gegenseitig befruchten. Gleichzeitig profitiert Urdorf-Nord dabei von einer baulichen Verdichtung und der Schaffung hochwertiger öffentlicher Räume. Darüber hinaus wird der Entwicklung mit einem optimierten Verkehrskonzept Rechnung getragen – darunter mit einem Ausbau des öffentlichen sowie des Langsamverkehrs. So soll der neue Wirtschaftsraum Urdorf-Nord – der topografisch wie auch verkehrstechnisch das Entrée Urdorfs vom Limmattal her bildet – innovative und zukunftsorientierte Unternehmen anlocken. Gerade für Unternehmen der Sektoren Bildung und Gesundheit dürfte die Nähe zur Kantonsschule und zum Limmattalspital sowie zum Schlieremer Biotech-Cluster besonders attraktiv sein.

Den Grundeigentümern soll die koordinierte Masterplanung eine gemeinsame Entwicklungsidee vermitteln. Durch die nötigen Anpassungen in der Bau- und Zonenordnung (BZO) wird diese später Rechtskraft erhalten. Die Möglichkeiten, die der Masterplan vorsieht, wurden bereits im kantonalen Richtplan verankert. Durch die bauliche Verdichtung soll ein Quartier – die Stadt im Dorf – mit neuartigem, attraktiven Charakter entstehen und andere Gebiete vom Siedlungsdruck entlasten.

Der Plan sieht angrenzend an die Kantonsschule eine repräsentative Zone vor, in welcher nebst Arbeiten neu auch urbanes Wohnen möglich wird. Eine Langsamverkehrs-Achse wertet die Verbindung zum Zentrum Urdorf im Süden auf. Die Strasse in den Luberzen, die die pulsierende Ader des neuen Quartiers bildet, soll zur Flaniermeile werden. An der Limmattalbahn-Haltestelle in der Luberzen ist ein Platz vorgesehen, um den Wirtschaftsraum Nord mit den umliegenden Quartieren zu verbinden. Die neu geschaffene Nord-Süd-Verbindung schliesst an den zentralen Platz an, der wie ein Scharnier die Achse weiter zur S-Bahnstation Glanzenberg leitet. An den Haltestellen der Limmattalbahn werden zudem Velostationen platziert.

Im Rahmen einer BZO-Revision wird diese Strategie den Stimmberechtigten voraussichtlich im Jahr 2023 vorgelegt. Bis dahin sind bereits konkrete Entwicklungen vorgesehen, einerseits die kommunikative Positionierung von Urdorf-Nord als «die Stadt im Dorf», andererseits Zwischennutzungsformen zur Aufwertung des öffentlichen Raums und damit einhergehend vor allem eine Verbesserung der Aufenthalts- und Verpflegungsqualität. ■

Text: Linda von Euw / Quelle: Gemeindeverwaltung Urdorf () / Grafiken: SWR Infra AG