Coop verwandelt den Basler Märthof in ein Boutique-Hotel

Das denkmalgeschützte Gebäude des Märthofs in Basel wird von der Coop Immobilien AG zu einem 4-Sterne-Hotel umgebaut

Im ersten Halbjahr 2021 soll im historischen Gebäude des Märthofs in Basel das Boutique-Hotel Märthof eröffnen. Die Eigentümerin, die Coop Immobilien AG, hat das Architekturbüro Burckhardt + Partner mit der umfassenden Renovation beauftragt. Geführt wird das Hotel nach der Eröffnung von der zu Coop gehörenden Bâle Hotelgruppe. Sie betreibt bereits die Hotels Pullman Basel Europa an der Clarastrasse sowie das Victoria am Centralbahnplatz und das Hotel Baslertor in Basel-Muttenz.

Das Gebäude des Märthofs entstammt dem 19. Jahrhundert und bestand ursprünglich aus fünf einzelnen Häusern, die 1981 zu einem Gebäudekomplex zusammengeführt wurden. Die freiwillige Denkmalpflege Basel wehrte sich Anfang der 70er-Jahre gegen den geplanten Warenhaus-Neubau, der anstelle des alten Gebäudes vorgesehen war. Der Abbruch wurde 1976 in einer Volksabstimmung abgelehnt. Nun soll ein Hotel der oberen 4-Sterne-Kategorie entstehen, wobei die Fassade mit einem neuen Anstrich in ihrer jetzigen Form erhalten bleibt. Das Mauerwerk selber bleibt unverändert – auch die Natursteinpartien werden nur gereinigt.

Laut Coop-Mediensprecherin Rebecca Veiga sollen im neuen Boutique-Hotel die Stilepochen der ehemals fünf bestehenden Gebäude unverkrampft und spielerisch vermischt werden. «Verspielte Motive des Neubarocks und die funktionale Gestaltung der Geschäftsfassade aus dem Jahre 1927 treffen im Inneren des Gebäudes auf die lineare 80er-Jahre-Struktur», sagt Veiga.

Offene Übergänge und eine freundliche Atmosphäre
Auf die insgesamt 68 geplanten Zimmer, davon acht Suiten und acht Juniorsuiten, werden Stehleuchten, Wandleuchten, Sessel und weiteres Mobiliar individuell verteilt – kein Zimmer wird exakt wie das andere aussehen. Die Zimmer erhalten unterschiedliche Farbschemen und widerspiegeln die Geschichte vom jeweiligen Gebäudeteil, in dem sie sich befinden. Die Farben sind abwechslungsreich und sollen nicht polarisieren – sodass sie das ganze Jahr hindurch auf die Gäste angenehm wirken.

Des Weiteren sind ein Fitnessraum, eine Bibliothek, ein Res-
taurant sowie eine Bar auf der Dachterrasse im 6. Stock mit 55 Sitzplätzen vorgesehen – und eine weitere im Erdgeschoss. Alle funktionalen Räumlichkeiten sind analog einer starken Wirbelsäule um den Erschliessungskern des Hauses angeordnet und stossen von innen nach allen drei Aussenseiten. Die Übergänge der unterschiedlichen Nutzungsflächen im Erdgeschoss sind offen gestaltet, sodass es als Fläche ohne Unterbrüche wahrgenommen wird.

Eine helle und freundliche Atmosphäre empfängt den Gast im Standardzimmer. Der Raum wird mit Ausnahme der abgeschlossenen Dusche und einem separaten WC grosszügig offen gestaltet. Nebst der eingebauten Schrankzeile im Eingang sind alle Möbelstücke freistehend. Sanfte Rundungen gemäss dem Gesamtkonzept des Hauses werden auch im Zimmer durchdekliniert.
Die Aussenbestuhlung und die grossen Fenster verbinden das Gebäude mit dem Marktplatz. «Die einmalige Lage und das lebendige Geschehen am Marktplatz soll nach innen spielen und umgekehrt», sagt Veiga. Das Boutique-Hotel will internationale wie auch lokale Gäste ansprechen und durch Restaurant und Bar entlang der Eisengasse als Treffpunkt für die lokale Bevölkerung und die Hotelgäste dienen. ■

Linda von Euw, Visualisierung: Coop Immobilien AG.

Interview mit Rebecca Veiga, Mediensprecherin der Coop Immobilien AG

Weshalb haben Sie sich für den Umbau zum Hotel entschieden?
Die Bâle Hotels in Basel sind sehr beliebt. Deshalb haben wir uns entschieden, auf diesen Erfolg aufzubauen und ein viertes Hotel zu eröffnen.

Was sind die Herausforderungen beim Umbau?
Da es sich um ein historisches und denkmalgeschütztes Gebäude handelt, werden die Detailgestaltung sowie die Farb- und Materialwahl im engen Dialog und Einvernehmen mit der kantonalen Denkmalpflege geplant und ausgeführt. Dies gilt auch für Gestaltung der neuen Fenster, Eingänge und Schaufensteranlagen.

Wie haben Sie die Architekten ausgewählt?
Mit Burckhardt+Partner haben wir ein etabliertes Unternehmen und einen langjährigen Partner an unserer Seite. Dieses Unternehmen realisiert verschiedene Projekte für die Coop Immobilien AG. Aktuell zum Beispiel die Hochhaus-Gesamtsanierung des Hauptsitzes der Coop-Gruppe in Basel. In Murten – im Kanton Freiburg – wurde jüngst das neue Einkaufscenter «Löwenberg» eröffnet, das ebenfalls von Burckhardt+Partner geplant wurde.

Was wird das Highlight des neuen Boutique-Hotels Märthof?
Moderne neue Zimmer sowie ein spannendes Restaurantkonzept mit grossem Boulevard und die Dachterrasse mit Bankettraum runden die Highlights des Hotels ab.

Wie hoch ist das Investitionsvolumen?
Wir kommunizieren grundsätzlich keine Zahlen.

Rebecca Veiga