Klimaneutrales Vorzeigequartier

Mai 2024

Die Stadt Zürich plant mit dem Projekt «Pilotquartier Netto-Null» im Raum Binz/Alt-Wiedikon ein Beispiel für klimatische Nachhaltigkeit zu setzen. Mit einem Budget von 7,7 Millionen Franken soll innerhalb der nächsten sechs Jahre ein Quartier entstehen, das aktiv neue Klimaschutzmassnahmen entwickelt und erprobt.

Die Stadt Zürich setzt neue Massstäbe in puncto Klimaschutz. Mit dem Beschluss, ein «Pilotquartier Netto-Null» im Raum Binz/Alt-Wiedikon zu etablieren, unterstreicht der Stadtrat sein Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Dieser Bereich, der industrielle sowie Wohnzonen umfasst, wurde gezielt ausgewählt, um eine breite Palette von Klimaschutzmassnahmen unter realen Bedingungen zu testen. Das Quartier soll zu einem Modell für umweltbewusstes Zusammenleben werden, wobei die Förderung des Gemeinschaftsgefühls eine zentrale Rolle spielt. Der Ansatz, dass Klimaschutz eine gemeinschaftliche Verantwortung ist, soll durch die Einbindung aller BewohnerInnen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem beruflichen Hintergrund, in die Projektentwicklung verstärkt werden.

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der direkten Partizipation der Quartiersbewohner. Sie werden ermutigt, eigene Vorschläge für Klimaschutzmassnahmen einzubringen und aktiv an deren Umsetzung mitzuwirken. Ergänzend dazu werden zum Start 15 Initiativen aus vorgeschlagen, die unmittelbar angegangen werden. Diese beinhalten unter anderem Massnahmen zur Abfallreduktion und zur Förderung nachhaltiger Ernährung in Gastronomiebetrieben.

Das «Pilotquartier Netto-Null» dient nicht nur als Testfeld für nachhaltige Stadtentwicklung, sondern auch als Lernumgebung, in der auch das Scheitern von Projekten als wertvolle Erfahrung angesehen wird. Die erfolgreichen Ansätze haben das Potential, auf andere Quartiere übertragen zu werden und somit einen Beitrag zur Erreichung der städtischen Klimaziele zu leisten.

Für die Realisierung dieses ambitionierten Projekts stellt der Stadtrat einen Kredit in Höhe von 7,7 Millionen Franken bereit, wovon 3 Millionen für Projekte aus lokalen Initiativen und weitere 2,5 Millionen für Partizipationsprojekte vorgesehen sind. Obwohl der Vorschlag breite Unterstützung findet, gibt es auch kritische Stimmen, die ein detaillierteres Konzept für die Umsetzung fordern. Das Parlament der Stadt Zürich, der Gemeinderat, stimmte den Plänen des Stadtrats jedoch mit grosser Mehrheit zu. Mit diesem Vorhaben unterstreicht Zürich seine Führungsrolle im Bereich der klimafreundlichen Stadtentwicklung und setzt ein Zeichen für die Bedeutung lokaler Klimaschutzinitiativen.

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